• Forschen lernen

Von der Studie zum Manuskript

Die Artikel zu klinischen Studien sind meist ähnlich strukturiert: Einleitung, Methoden, Resultate, Diskussion. Auf den ersten Blick sieht das Verfassen eines Artikels also nach einer einfachen Aufgabe aus, sie entpuppt sich aber oft als langwierige (und zuweilen frustrierende) Arbeit.

Wahl der Zeitschrift

Noch bevor Sie mit dem Schreiben anfangen, sollten Sie eine Liste mit möglichen Journals für Ihre Studie erstellen. Dabei ist der Impact-Faktor (Zitierhäufigkeit) der Zeitschrift nur eines von mehreren Kriterien. Ebenso wichtig ist etwa die Frage, wen Sie mit der Publikation erreichen wollen. Ist Ihr Paper für ein allgemeines medizinisches Publikum relevant oder nur für Spezialistinnen und Spezialisten in Ihrem Fachgebiet? Ist es für eine internationale oder eher eine lokale Leserschaft von Interesse? Sind im gewählten Journal bereits Artikel zu ähnlichen Themen publiziert worden, und passt Ihr Paper damit thematisch ins Journal?

Formatierung des Artikels

Die Wahl des Journals bestimmt auch die Formatierung des Artikels. Die meisten Fachzeitschriften publizieren klare Autorenrichtlinien auf ihren Websites. Darin sind alle wichtigen Details festgehalten, wie maximale Artikellänge, maximale Anzahl Tabellen und Abbildungen, gewünschte Struktur (Zwischentitel), gewünschte File-Formate für Abbildungen, Aufbau und Format der Referenzen usw.

Es ist einfach, sich genau an diese Vorgaben zu halten, und das gibt Ihnen einen entscheidenden Vorteil gegenüber Einreichungen mit offensichtlichen formalen Fehlern.

Wo fange ich mit dem Schreiben an?

Das chronologische Schreiben eines Artikels von A bis Z ist meist nicht effizient. Vielmehr ist es ein iterativer Prozess. Am einfachsten finde ich es jeweils, mit den Resultaten zu beginnen. Diese sind der Kern Ihrer Publikation und bieten ein gutes Gerüst für die anderen Abschnitte. Parallel dazu können Sie die Methoden beschreiben. Danach folgt die Diskussion, die sich auf die Resultate bezieht. Die Einleitung vervollständigen Sie erst, wenn alle anderen Elemente stehen.

Reporting Guidelines

Für die meisten Studientypen existieren Richtlinien, die festlegen, welche Mindestangaben zur verwendeten Methodik erforderlich sind. Die wohl bekannteste Richtlinie ist das CONSORT-Statement zur Beschreibung von randomisierten kontrollierten Studien. Es gehört zur guten wissenschaftlichen Praxis, sich an diese Richtlinien zu halten und die für Ihre Studie relevante Checkliste mit dem Manuskript einzureichen.

Alle gängigen Reporting Guidelines sind im EQUATOR-Netzwerk einsehbar: https://www.equator-network.org

Forschen lernen

Der Weg von der Planung bis zur Publikation einer Studie weist einige Stolpersteine auf. In der Kolumne «Forschen lernen» gibt der erfahrene Epidemiologe Lukas Staub in jeder Ausgabe praktische Tipps und Tricks, die Forschenden helfen, Umwege zu vermeiden und effizienter zu arbeiten.