• Grün im Alltag

Nachhaltige Medizin beginnt an der Uni

Anoushka Dörr, Medizinstudentin an der Universität Lausanne, engagiert sich für ein nachhaltigeres Medizinstudium. Wie sie dies tut und was es bewirkt, erzählt sie im Gespräch.

Dank des Engagements von Studierenden hat sich die Universität Lausanne punkto Nachhaltigkeit verbessert. Im Bild das Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV), wo die Vorlesungen der medizinischen Fakultät stattfinden. Bild: CHUV
Dank des Engagements von Studierenden hat sich die Universität Lausanne punkto Nachhaltigkeit verbessert. Im Bild das Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV), wo die Vorlesungen der medizinischen Fakultät stattfinden. Bild: CHUV

Anoushka Dörr, wie setzt du dich an der Universität Lausanne für Planetary Health ein?

Ich habe durch mein Engagement bei der Klimaschutzbewegung «Health for Future», einer globalen Klimaschutzbewegung von Gesundheitsfachpersonen, die Möglichkeit erhalten, an der Planetary Health Report Card (PHRC) der Universität Lausanne mitzuarbeiten. Die PHRC ist ein studentengeführtes, internationales Projekt, das 2019 von den USA ausging und an dem – Stand Dezember 2025 – 188 Medizinstudiengänge in 21 Ländern teilnehmen. Dabei bewerten Studierende die medizinische Fakultät anhand von festgelegten Kriterien bezüglich Planetary Health und identifizieren Möglichkeiten zur Verbesserung.
Ich habe das Team, bestehend aus drei Medizinstudierenden der Universität Lausanne, für die PHRC 2025 geleitet und die Bewertung zusammen mit der «Plateforme durabilité et santé» der Universität Lausanne erstellt.

Grün im Alltag

Auch kleine Massnahmen können vieles bewirken. Die Serie «Grün im Alltag» zeigt, wie (angehende) Ärztinnen und Ärzte mit einfachen Umstellungen einen Beitrag für ein nachhaltigeres und ökologischeres Gesundheitswesen leisten.

Wie habt ihr das gemacht?

Zum einen mussten wir die Vorlesungsinhalte aller sechs Studienjahre durchgehen, um Inhalte zu Planetary Health zu identifizieren. Bezüglich gewisser Vorlesungs- und vor allem Forschungsinhalte nahmen wir direkt Kontakt mit Professorinnen und Professoren auf. Wir sammelten Informationen zu studentischen Initiativen auf dem Campus und zu universitären Projekten zum Einbezug der Öffentlichkeit. Und um Informationen zur Nachhaltigkeit auf dem Campus zu erhalten, waren wir in direktem Austausch mit der Universität.

Was war schwierig oder besonders bereichernd?

Das Einholen aller Informationen zur PHRC war viel Arbeit. Und in der Umsetzung von Planetary Health an den Universitäten bleibt viel zu tun. Sei es bei der Implementierung von Planetary Health ins Curriculum, bei designierter Forschung und Informationskampagnen zum Thema Umwelt und Gesundheit, bei der Förderung von studentischen Initiativen und bei gelebter Nachhaltigkeit auf dem Campus. Mich würde am meisten freuen, wenn fallbasiertes Lernen, klinische Simulationen und Patienten-Kommunikations-Trainings zum Thema Planetary Health Teil des Curriculums würden.
Gleichzeitig war es auch sehr schön und inspirierend, Gleichgesinnte zu treffen, die sich um die Zukunft unseres Planeten sorgen und sich um sie kümmern.

Was hat das Projekt bewirkt?

Das Projekt wird nun von der Universität Lausanne gebraucht, um sich bezüglich Planetary Health weiterzuentwickeln. Wir konnten den Medizinstudierenden zudem in Vorlesungen unsere Resultate präsentieren.
Dank des Engagements der Studierenden hat sich die Fakultät in Bezug auf Nachhaltigkeit jedes Jahr verbessert. Im Jahr 2025 hat die Universität Lausanne die beste Benotung aller medizinischen Fakultäten in der Schweiz erhalten, nachdem Empfehlungen aus den PHRCs der vorherigen Jahre umgesetzt wurden. Der Wettbewerb zwischen den Universitäten um eine bessere Bewertung in der PHRC bringt das Thema Planetary Health spürbar voran.