• Forschen lernen

Wie Sie Ihre Forschungsdaten visualisieren

Der erste Eindruck zählt. Das gilt auch bei Ihren Publikationen. Mit attraktiven Abbildungen und informativen Tabellen bringen Sie die wichtigsten Resultate Ihres Projektes auf den Punkt und motivieren die Leserschaft, Ihren Artikel in seiner Gesamtheit zu lesen.

Die Abbildungen und Tabellen in Ihrem Artikel dienen dem Zusammenfassen Ihrer Studienresultate. Beide Elemente ergänzen den Text visuell, sie erfüllen aber unterschiedliche Zwecke.

Forschen lernen

Der Weg von der Planung bis zur Publikation einer Studie weist einige Stolpersteine auf. In der Kolumne «Forschen lernen» gibt der erfahrene Epidemiologe Lukas Staub in jeder Ausgabe praktische Tipps und Tricks, die Forschenden helfen, Umwege zu vermeiden und effizienter zu arbeiten.

Abbildungen für den Überblick

Abbildungen helfen Ihnen, die Daten einprägsam darzustellen. Insbesondere Gruppenvergleiche und Trends werden damit leicht verständlich präsentiert, ohne die exakten Zahlen zu jedem Datenpunkt angeben zu müssen.

Klinische Studien haben üblicherweise mindestens zwei Abbildungen: ein Flussdiagramm, das den Verlauf der Studie zeigt (Anfangspopulation, Ein- und Ausschlusskriterien, resultierende Stichprobe), und eine grafische Darstellung der Hauptresultate. Beim Flussdiagramm empfehle ich, die Vorlage von CONSORT entsprechend Ihrer Studie anzupassen.

Die Abbildung der Hauptresultate ist ein zentrales Element Ihrer Publikation. Das Ziel ist, die Quintessenz der Studie in einem Bild zusammenzufassen. Seien Sie kreativ, und nehmen Sie sich die nötige Zeit, um eine möglichst attraktive Abbildung herzustellen. Je nach Datentyp (kategorisch, ordinal, kontinuierlich) und Aussage (Gruppenvergleich, Verlauf über die Zeit etc.) sind unterschiedliche Grafiken geeignet. Eine exzellente Ressource hierzu bietet die Website From Data to Viz.

Zur Darstellung von Grafiken empfehle ich, folgende Punkte zu berücksichtigen:

  • Je einfacher die Abbildung, umso besser. Bei komplexen Daten können Sie die Grafiken in Panels aufteilen.
  • Achten Sie auf die korrekte und leserliche Beschriftung der Achsen (inklusive Einheiten).
  • Vermeiden Sie 3-D-Grafiken, wenn die dritte Dimension keine zusätzliche Information enthält. Auch Hintergrundfarben, Schattierungen und Gitterlinien sind oft unnötig.
  • Excel ist in den meisten Fällen ausreichend, statistische Softwarepakete bieten aber mehr Möglichkeiten.

Tabellen für die Details

Während Abbildungen die grossen Zusammenhänge zeigen, zoomen Tabellen in die Daten hinein. Sie dienen der kondensierten Darstellung der exakten Zahlen Ihrer Studie. Dies ist besonders bei mehrdimensionalen Daten hilfreich, etwa zur Beschreibung mehrerer Outcomes in verschiedenen Gruppen. Im Text können diese Zahlen kaum auf eine leserliche Art ausgedrückt werden.

Ähnlich wie bei den Abbildungen enthalten klinische Studien mindestens zwei Tabellen. Die erste Tabelle beschreibt die allgemeinen Eigenschaften der Stichprobe (Alters- und Geschlechtsverteilung, Diagnosen, Komorbiditäten etc.). Diese Informationen sind wichtig für die Beurteilung, ob die Studienresultate auf die klinische Situation der Lesenden anwendbar sind. Die zweite Tabelle stellt die Hauptresultate dar. Oft ist es auch sinnvoll, weitere wichtige Analysen tabellarisch aufzubereiten.

Bei der Frage, ob ein bestimmter Aspekt der Studie im Text oder in einer Tabelle zu beschreiben ist, verwende ich eine einfache Faustregel: Jede Tabelle sollte so viele Informationen enthalten, dass Sie mindestens eine Minute darüber sprechen können. Andernfalls ist die Tabelle wohl zu «mager», und die Zahlen sind im Text besser aufgehoben.

Eine Frage des Formats

Stellen Sie sicher, dass die Abbildungen und Tabellen beim Einreichen Ihres Artikels korrekt formatiert sind:

  • Lesen Sie die Autorenrichtlinien genau durch. Abbildungen können meist in verschiedenen digitalen Formaten erstellt werden. Für Diagramme verwenden Sie am besten Vektorformate (z. B. PDF oder SVG), weil diese ohne Qualitätsverlust skaliert werden können. Für Fotografien wie histologische Bilder brauchen Sie Rasterformate wie TIFF oder JPEG (achten Sie hier auf die vom Journal verlangte minimale Auflösung in dpi).
  • Schauen Sie kürzlich publizierte Artikel des Journals an, um die Tabellen entsprechend zu gestalten. Berücksichtigen Sie auch die Darstellung der Titel, Legenden und Fussnoten.
  • Zusätzliche ausführliche Tabellen und Grafiken, die zur Studie beitragen, aber im Paper keinen Platz finden, können Sie in einem Anhang einreichen. Nutzen Sie diese Supplements grosszügig, da sie für andere Forschende und interessierte Lesende sehr wertvoll sein können.